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Technik

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Unterwerke der Berliner S-Bahn

 Geschichtliche Entwicklung der Stromversorgung

Der Anwendung einer dritten Schiene für die Berliner S-Bahn mit einer Betriebsspannung von 750 V gingen umfangreiche Versuche voraus. Die Wirtschaftlichkeit gegenüber dem Dampflokbetrieb und der beginnenden Elektrifizierung mit Oberleitung und Wechselspannung war zu beweisen. 1919 fiel der Entschluß, für den Berliner Nahverkehr 750V Gleichspannung und die dritte seitlich angeordnete Schiene zu verwenden.  Die Umrüstung der ersten Nordstrecke begann 1922 mit der Strecke Berlin - Bernau. Die Inbetriebnahme erfolgte am 08.08.1924. Die erforderliche Gleichspannung lieferten die Umformerwerke Pankow und Röntgental. Die Strecken nach Oranienburg und Velten folgten 1927 mit den Umformerwerken Hermsdorf und Borgsdorf. Nach der „Großen Elektrifizierung“ der Ring - und Stadtbahn von 1926 - 1929 hatte das System seine Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt.   Mit der Ausrüstung der Strecken ging parallel der Aufbau der Schaltwerke Markgrafendamm und Charlottenburg (heute Halensee) voran. Die 30 kV - Drehstrom - Einspeisung erfolgte durch die BEWAG und die weitere Verteilung über ein bahneigenes Kabelnetz zu den Unterwerken.  In den vierziger Jahren besaß Berlin ein Nahverkehrssystem mit der größten installierten Gleichrichterleistung der Welt.  Nach dem Wiederaufbau der zerstörten Anlagen infolge des 2. Weltkriegs begann die Erweiterung des S-Bahn - Netzes im Ostteil der Stadt. Die Elektrifizierung  der Strecken nach Königs Wusterhausen, Strausberg Nord, Schönefeld, Ahrensfelde und Wartenberg führte zu einer wesentlichen Verbesserung des Verkehrsangebotes.  Seit der Wende wird intensiv daran gearbeitet, daß Netz von 1961 im wesentlichen wieder herzustellen. Hierzu wurden und werden eine Vielzahl moderner Unterwerke errichtet bzw. grunderneuert. Bedingt durch den Einsatz von leistungsstarken Fahrzeugen der BR 480 und BR 481 und zur Erreichung einer hohen Verfügbarkeit der Bahnenergieversorgungsanlagen erfolgt bis 2002 / 2003 eine sukzessive Stabilisierung der Anlagen.   

Die elektrische Ausrüstung eines Unterwerkes

Die Versorgung der Speiseabschnitte der Fahrleitungsanlage erfolgt durch Unterwerke, die entlang der Strecke angeordnet sind. Die Abstände der Unterwerksstandorte von 3 - 6 km, der Ausrüstungsumfang und der Leistungsbedarf richtet  sich nach betrieblichen und elektrotechnischen Anforderungen.

30 kV - Schaltanlagen     (zum Fotoalbum "Leistungsschalter)

Die über das 30 kV - Kabelsystem zugeführte Energie wird durch die 30 kV - Schaltanlage des Unterwerkes weiter verteilt. Neben den Standardausspeisungen - 30 kV - Kabelabzweige, Gleichrichtergruppen, Eigenbedarfstransformatoren (bis 1998) - sind Längs - und Querkupplungen entsprechend der Netzkonfiguration vorhanden bzw. vorgesehen. Die verwendeten Schaltanlagen spiegeln die Entwicklung der letzten Jahrzehnte der Elektrotechnik wieder.  Während in den Jahren 1924 - 1960 Anlagen in offener Bauweise errichtet wurden, zeichnen sich die heutigen Anlagen in Einfach - oder Doppelsammelschiene durch blechgekapselte Ausführungen aus.  

  

     -     Ölleistungsschalter 

Die Anlagen der ersten Unterwerke wurden überwiegend mit Ölleistungsschaltern bestückt. Diese Schalter fanden sowohl in den Gleichrichterabzweigen als auch in den Kabelabzweigen in einer Vielzahl von Typen Anwendung.  
Die Nachteile dieser Schalter   
        
- hohe Brand - und Explosionsgefahr infolge von 400 - 700 Liter Isolieröl
         - begrenztes Schaltvermögen   
führten schon frühzeitig zur Entwicklung von Schaltern mit veränderten Löschprinzipien.   

-     Ölarmer Leistungsschalter, Expansinschalter, Druckgasschalter 

Der Bau von Schaltern mit Einzelpolen / Phase fand seine Umsetzung und Einsatz in der nächsten Schaltergeneration.
Diese Schalter wurden in großen Stückzahlen eingesetzt.  

·    
Ölarme Leistungsschalter
   
        
u. a. - Unterwerke Markgrafendamm, Frankfurter Allee, Landsberger Allee,   Schönhauser Allee
                 - alle Unterwerke mit feststoffisolierten Anlagen  

·    
Expansinschalter
   
        
u. a. - Unterwerke Zeuthen, Unterwerk Mühlenbeck   

·    
Druckgasschalter
   
        
u. a. - Unterwerk Borgsdorf

 

  

-     Feststoffisolierte Anlagen Typ ASIF 36 

Feststoffisolierte Anlagen wurden ab 1970 in großen Umfang bei der Grunderneuerung und Neubau von Unterwerken eingesetzt. Die trennerlosen Anlagen mit Einfachsammelschienen und Längskupplungen mit Abzweigen für Kabel, Gleichrichter und Eigenbedarfstransformatoren sind mit ölarmen Leistungsschaltern mit Federspeicherantrieb vom Typ Muskau ausgerüstet.   Da die Ersatzteilhaltung, und die damit im Zusammenhang stehenden Instandhaltungskosten, zunehmend an Bedeutung gewinnen, ist der Ersatz der Anlagen in den nächsten Jahren unausweichlich.   

 

30 kV - ASIF 36 - SchaltanlageUnterwerk Biesdorfer Kreuz

-     SF6 isolierte Schaltanlagen 

Als Ersatz für die bisher genannten Anlagen finden bei der Grunderneuerung / Neubau von Unterwerken Schaltanlagen mit dem Schutzgas SF6 Anwendung.
Bei diesen modernen Anlagen, mit Schaltzellenbreiten von 600 - 800 m sind die Sammelschienen und Trenner in hermetisch abgeschlossenen Segmenten untergebracht. Die unter einem Druck von 0,2 Bar stehenden Segmente werden überwacht. Bei einem Druckabfall erfolgt eine Meldung, wobei noch ein Betrieb bis 0 Bar möglich ist.

 

30 kV - SF6 - Schaltanlage

Die Betätigungsorgane für die Schaltgeräte - Trenner und Leistungsschalter - sind sehr vielfältig.
-     Schutzeinrichtungen 

Das 30 kV - Kabelnetz ist aufgrund seiner räumlichen Ausdehnung und seiner großer Bedeutung mit elektrischen Schutzeinrichtungen ausgerüstet. Das Netz wird in Resonanz - Sternpunkt - Erdung betrieben. Die Erdschlußspulen sind im Netz an den Einspeisepunkten angeordnet. Auftretende Erdschlüsse werden durch Netzschutzrelais erfaßt und abgeschaltet.  Für die Fehlerarten Kurzschluß - und Doppelerdschluß werden schnellwirkende Distanzschutzrelais eingesetzt. Die elektromechanischen Distanzschutzrelais werden schrittweise durch digitale Relais, mit der Möglichkeit der Schutzdatenübertragung zur Netzleitstelle, abgelöst.

Gleichstromanlagen   
Zur Energieversorgung der Streckenabschnitte ist es erforderlich, die in Form von 30 kV Drehstrom bereitgestellte Elektroenergie in Gleichstrom mit einer Spannung von 750 V umzuformen.   

Gleichrichter   (zum Fotoalbum Gleichrichter)
Ein Unterwerk der Berliner S-Bahn ist mit mindestens 2 Gleichrichtergruppen, bestehend aus Gleichrichter und Transformator, ausgestattet. Die Umformung hat sich im Laufe der Zeit vom Einsatz rotierender Umformer bis zur Anwendung von Siliziumgleichrichtern gewandelt.   

-    
Rotierende Umformer 

Die ersten Einankerumformer wurden in den Unterwerken der Nordstrecken mit Leistungen von 1000 kW, 1500 kW und 2000 kW eingesetzt. Zwei Umformer wurden für den regulären Betrieb benötigt, während der 3. Umformer als Reserve diente.  
Einankerumformersätze Unterwerk Röntgental, 1925    

-     Quecksilberdampf - Großgleichrichter 

Durch geringe Überlastbarkeit, hohe Empfindlichkeit gegenüber Kurzschlüssen und der geringen Lebensdauer bestand nach kurzer Zeit die Notwendigkeit die rotierenden Umformer durch neue Gleichrichtertypen zu ersetzen. Die wassergekühlten Quecksilberdampfgleichrichter wurden deshalb auch zuerst in den Unterwerken der Nordstrecken eingesetzt. Die in Leistungsgrößen von 800 kW, 1000 kW und 2400 kW gelieferten Gleichrichter bewährten sich derart gut, daß schon 1932 der Austausch der rotierenden Umformer begann und in wenigen Jahren beendet wurde.   

   Quecksilberdampfgleichrichter - wassergekühlt - Unterwerk Borgsdorf   
Für den Betrieb der 12 anodigen Gleichrichter war eine ausreichende Kühlung der Gefäße und zur Abführung der Verlustwärme waren aufwendige Rückkühlanlagen mit einer Vielzahl von Bauelementen notwendig.    
 Rohrleitungsplan einer Rückkühlanlage   

-     Luftgekühlte Gleichrichter

Der Bedarf an umfangreichen Zusatzanlagen ( Rückkühlanlagen, Vakuumerzeugung) war ein Nachteil der wassergekühlten Gleichrichter.  Durch den Einsatz von luftgekühlten Gleichrichtern ab 1936 wurden die Nachteile weitestgehend beseitigt. Von den sechsanodigen Gefäßen, wobei 2 Gefäße (je 1500 A) immer eine Gleichrichtergruppe bildeten, sind, im Gegensatz zu den wassergekühlten Gleichrichtern, noch 10 Gefäße im Einsatz (Unterwerk Markgrafendamm und Mühlenbeck).   Das Vakuum wird in einem Formierungsprozeß industriell erzeugt. Die Abführung, der beim Gleichrichtungsprozeß entstehenden Wärme, erfolgt durch Luftkühlung.   

   Quecksilberdampfgleichrichter - luftgekühlt    -  Unterwerk Borgdsorf bis 1994  

-     Silizium - Gleichrichter 

In den sechziger Jahren fand der Einsatz von industriell gefertigten Halbleitern auch in der Bahnstromversorgung von Nahverkehrsbahnen seine erste Anwendung.

Bei der Berliner S-Bahn wurde in den Unterwerken Köpenick, Zeuthen und Rahnsdorf der erste Siliziumgleichrichter ab 1968 eingesetzt. Diese zwangsbelüfteten Gleichrichter wurden im Laufe der folgenden Jahre ständig verbessert.Sie führten neue Dioden zur Verminderung der Parallel- bzw. i. Reihenschaltung von Dioden. Die Leistung der Diodenblöcke wurde ständig erhöht und die Selbstkühlung mit Erfolg eingeführt.
Die heute verwendeten 12 pulsigen Gleichrichter, mit einer Nennleistung von 3,2 MW und 4000 A / Gleichrichtergruppe, entsprechen den Leistungsanforderungen der modernen Fahrzeuge. Durch die Beschaffung von750 V Fahrzeugen in größere Stückzahlen bis 2005 wird von der bis vor kurzem verfolgten Möglichkeit, der Umschaltung von Parallel - auf Reihenschaltung (750 V / 1500 V), Abstand genommen.  

 

Siliziumgleichrichter; 4000 A; 3,2 MW
Unterwerk Jannowitzbrücke, 1996

Vorderansicht mit Plussammelschiene und Gleichrichter   

 

 

 Transformatoren  

Die Ausführung der Transformatoren wird durch den nachgeschalteten Gleichrichter mit dessen Schaltung bestimmt.

Bei den wasser- und luftgekühlten Gleichrichtern fand überwiegend die F2 - Schaltung Anwendung. Die beiden um 180° versetzten Sekundärwicklungen in Sternschaltung wurden über eine Saugdrossel verschaltet. Die Öltransformatoren mit offenem Kessel arbeiteten mit Selbstkühlung. Die letzten Anlagen sind noch in den Unterwerken Savignyplatz und Prenzlauer Allee in Betrieb.  

 

 

             
Doppelstock - Transformator 2 x 2000 kVA
2 x 30 kV / 2 x 630 V
Gießharzausführung, Unterwerk Borgsdorf, 1996   

 

Durch die Integration einer Eigenbedarfswicklung von 100 kVA innerhalb der Transformators entfallen zukünftig die separaten Eigenbedarfstransformatoren einschließlich der Trafozellen. Die erste Anwendung und Inbetriebnahme findet im Uw Stresow im IV. Quartal 1998 statt

Gleichspannungsschaltanlage 750 V DC 

Die Hauptaufgabe der Gleichspannungsschaltanlage besteht in der Verteilung der Gleichspannung auf die einzelnen Speiseabschnitte.   Auch hier fand eine Entwicklung, ausgehend von offenen Schaltanlagen zu blechgekapselten Anlagen, statt. Die Schaltung wurde in der Vergangenheit durch den Einsatz von Rückstromschaltern bei Quecksilberdampfgleichrichtern geprägt. Diese wurden bei den Siliziumgleichrichtern durch steuerbare Trenner ersetzt.   Die ebenfalls bei älteren Anlagen vorhandene Umgehungsschiene mit Ersatzschalter wird bei den heutigen Anlagen durch die Integration einer Schaltstelle abgelöst.   Die 750 V - Minussammelschiene ist, je nach Erfordernis, durch Längskupplungen unterteilbar.   Die jetzt zur Anwendung kommenden Anlagen werden in trennerloser Bauweise mit ausfahrbaren Schaltwagen konzipiert und errichtet. Die Anlagen werden in die Schutzmaßnahme „Verbindung mit der Rückleitung“ einbezogen.   Die isolierte Aufstellung der Schaltanlage ist dabei Voraussetzung. Überwachungseinrichtungen, in Form von Spannungs- und Stromrelais sind notwendig.   Die Streckenabzweige sind mit Streckenprüfeinrichtungen unterschiedlichster Funktionsprinzipien ausgerüstet. Die Prüfung der Strecke, nach Auslösung des Streckenschalters infolge Kurzschluß, erfolgt automatisch.    Die Streckenschalter stellen das wichtigste Schaltglied der Gleichspannungsschaltanlage dar. Nach dem Eintreten eines Kurzschlusses schaltet der Streckenschalter in wenigen Millisekunden den Kurzschluß ab. Viele Typen befanden bzw. befinden sich im Einsatz  

u. a.
- AEG - Schnellschalter
- Gearapid - Schnellschalter

 

 
BBC - Schnellschalter Typ MI VI, 1928
Auslöseeinstellbereich 2000 - 6000 A
Unterwerk Jannowitzbrücke

- Siemens - Schnellschalter
- Secheron - Schnellschalter  

 

Bestandteil der Gleichspannungsschaltanlage ist auch die Plusanlage (Rückleitungspol). Sie wurde in der Vergangenheit häufig als separate Anlage errichtet. Der heutige Gleichrichterschrank integriert die Plussammelschiene (s. Bild 35). Der Anschluß der Kabel von den Fahrschienen, des Parallelen Rückleiters und weiterer notwendiger Verbindungen erfolgt teilweise über Shunts oder direkt an die Sammelschiene. Die Plussammelschiene ist gleichzeitig der Anschlußpunkt für die Schutzmaßnahme „Verbindung der Rückleitung“.

 Schaltstellen 
Bei Gleichspannungsschaltanlagen ohne Umgehungssammelschiene und Ersatzschalter wird der Gleichspannungsschaltanlage eine Schaltstelle nachgeordnet.   Die Lasttrennschalter mit einem Nennstrom von 4 kA werden, je nach Vorgabe, in einem Baukörper in Fertigteilbauweise oder als Freiluftausführung aufgestellt.  Die Schaltung der Lasttrennschalter ermöglicht, neben der Direktspeisung der Strecke, eine Vielzahl von Schaltungen, mittels Längs- und Querkupplungen, u. a. für den Störungsfall.   Für alle Speisemöglichkeiten ist die Kurzschlußsicherheit meßtechnisch nachzuweisen.    

Eigenbedarfsanlagen   
Die noch im großen Umfang in Betrieb befindlichen Anlagen, bestehend aus 2 Eigen-bedarfstransformatoren und der Niederspannungsschaltanlage mit den Sammelschienen für wichtige und unwichtige Verbraucher, wird bei den zukünftig zu bauenden Unterwerken nicht mehr angewendet.   

Durch die Anordnung einer Zusatzwicklung im Gleichrichtertransformator wird die Spannung für das Eigengedarfsnetz von 400 V AC erzeugt. Die Leistung von 100 kVA / Gleichrichtertransformator ist ausreichend für alle Leistungsanforderungen. Die nachgeschaltete Niederspannungsschaltanlage aus 3 - 5 Schaltzellen verschaltet die Einspeisungen von den Eigenbedarfswicklungen, die Verbraucherabgänge und die Ortsnetzeinspeisung. Abhängigkeiten und Verriegelungen gewährleisten einen sicheren Betrieb

Lüftung / Heizung  
Zur Abführung der Verlustwärme und aus bauphysikalischen Gründen sind Lüftungsanlagen notwendig. Bei älteren Unterwerken waren umfangreiche Lüftungsanlagen infolge der großen Wärmemengen, die bei den wasser - bzw. luftgekühlten Gleichrichtern entstanden, unabdingbar. Eigene Räume für die Unterbringung dieser Anlagen und umfangreiche Rohrleitungsanlagen waren Bestandteil der Raumkonzeption. Moderne Unterwerke zeichnen sich durch eine kombinierte Lüftungs- und Heizungsanlage aus. Für die Transformatorzellen wird grundsätzlich eine natürliche Lüftung vorgeschrieben. 

Kabelanlagen   
Die Verknüpfung der elektrischen Anlagen eines Unterwerkes erfolgt durch eine Vielzahl von Steuer - und Leistungskabel mit verschiedenen Querschnitten und Merkmalen. Mit der Einführung der Unterwerksleittechnik und der Lichtwellenleiter wird hoffentlich der Umfang der Steuerkabelpakete stark abnehmen. Die Glasfaserkabel dienen der Verknüpfung der Anlagen, der Übertragung von Informationen und der Steuerung von Prozessen zur Betriebsführung.    Die Leistungskabel aller Spannungsebenen stellen einen erheblichen Anteil der elektrischen Ausrüstung dar. Aufgrund der hohen Brandlast wird ein sinnvoller Einsatz von brandlastreduzierten bzw. halogenfreien Kabeln angestrebt.

 Fernsteuerung / Leittechnik   
Die Überwachung und Steuerung der Anlagen eines Unterwerkes wird mittels Fernwirkanlagen vorgenommen. Nach dem Einsatz von Wählersteuerungen ab 1930, der anschließenden Umstellung auf Relaissteuerungen erfolgt nun die komplette Umrüstung auf eine rechnerkompatible Fernwirktechnik. Die derzeitige Umrüstung steht in engem Zusammenhang mit dem Aufbau einer rechnergestützten Netzleitstelle in Markgrafendamm.   Die Steuerung der Unterwerksprozesse erfolgt zukünftig über eine zentrale Stationsleittechnik auf der Basis von Industriestandards. Alle Anlagen des Unterwerks werden mit entsprechenden Feldbausteinen an die Leittechnik angeschlossen. 

Ausblick   
Neben den aufgeführten Anlagen werden noch weitere Geräte und Ausrüstungen für die sichere Funktion eines Unterwerkes benötigt.
Auch diese Komponenten unterliegen einer ständigen Anpassung.Zur Durchsetzung eines einheitlichen Standards, sowohl für den Baukörper als auch für die Ausrüstung, ist ein einheitliches Konzept entwickelt worden. Dieses Konzept beinhaltet eine wesentliche Verminderung des Aufwandes bei Gewährleistung der betrieblich notwendigen Funktionalität. Grundlage für die Bemessung eines Unterwerkes ist das zukünftige Betriebsprogramm der S-Bahn, unter Beachtung des Einsatz moderner Fahrzeuge mit einer Stromaufnahme von 4000 A und der Einhaltung der elektrotechnischen Sicherheitskriterien.